Deskriptive Edition auf Allograph-, Wort- und Satzniveau, demonstriert an handschriftlich ueberlieferten, deutschsprachigen Briefen von H. Steffens
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Deskriptive Edition auf Allograph-, Wort- und Satzniveau, demonstriert an handschriftlich ueberlieferten, deutschsprachigen Briefen von H. Steffens
: Teil 1- (Methode)
Die Arbeit entwickelt auf der Grundlage von Graphetik und Graphematik eine neue Methode zur Edition handschriftlicher Texte. Demonstriert wird diese Methode an Briefen von Henrich Steffens (1773-1845). Ihre Basis bildet ein handschriftenadaquates, trichotomisches graphematisches Begriffssystem. Das Graphem wird als konkrete, standardisierte Grosse verstanden und die Varianten als deren Imitationen. Das Verhaltnis zwischen Allograph und Graphem wird als Signifikant- Signifikat-Verhaltnis aufgefasst. Die in handschriftlichen Texten haufig vorkommende Aufhebung der graphischen Distinktivitat wird in ihren wahrnehmungspsychologischen Konsequenzen gesehen. Auf Allographniveau besteht die Methode daher in der systematischen Ermittlung relevanter graphischer Neutralisierungen. Auf Wort- und Satzniveau werden die Handschriftenverhaltnisse in bisher wohl noch nicht erfolgter Systematik und Umfanglichkeit fur die Edition, d.h. Rekonstruktion beschadigter Textstellen, nutzbar gemacht. Das Divergenzregister im Anhang gibt daruber hinaus aber auch Datierungs-, Identifizierungs- hilfen, Aufschlusse uber die Handschriftennahe von Drucken und einen Einblick in idiolektale Phanomene des Schreibers sowie die Entwicklung des Neuhochdeutschen vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Darstellung der Divergenzen ist nicht auf den konkreten Fallen, sondern auf dem diesen zugrundeliegenden Abweichungsprinzip basiert, was den Anwendungsbereich des Divergenzregisters entscheidend erweitert.
Die Arbeit entwickelt auf der Grundlage von Graphetik und Graphematik eine neue Methode zur Edition handschriftlicher Texte. Demonstriert wird diese Methode an Briefen von Henrich Steffens (1773-1845). Ihre Basis bildet ein handschriftenadäquates, trichotomisches graphematisches Begriffssystem. Das Graphem wird als konkrete, standardisierte Grösse verstanden und die Varianten als deren Imitationen. Das Verhältnis zwischen Allograph und Graphem wird als Signifikant- Signifikat-Verhältnis aufgefasst. Die in handschriftlichen Texten häufig vorkommende Aufhebung der graphischen Distinktivität wird in ihren wahrnehmungspsychologischen Konsequenzen gesehen. Auf Allographniveau besteht die Methode daher in der systematischen Ermittlung relevanter graphischer Neutralisierungen. Auf Wort- und Satzniveau werden die Handschriftenverhältnisse in bisher wohl noch nicht erfolgter Systematik und Umfänglichkeit für die Edition, d.h. Rekonstruktion beschädigter Textstellen, nutzbar gemacht. Das Divergenzregister im Anhang gibt darüber hinaus aber auch Datierungs-, Identifizierungs- hilfen, Aufschlüsse über die Handschriftennähe von Drucken und einen Einblick in idiolektale Phänomene des Schreibers sowie die Entwicklung des Neuhochdeutschen vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Darstellung der Divergenzen ist nicht auf den konkreten Fällen, sondern auf dem diesen zugrundeliegenden Abweichungsprinzip basiert, was den Anwendungsbereich des Divergenzregisters entscheidend erweitert.
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